Hamburg als europäische Modellregion

Hamburg als europäische Modellregion

Standortvorteile

Die Freie und Hansestadt Hamburg verfügt über den größten deutschen Seehafen, der das größte zusammenhängende Industriegebiet Europas bildet. Außer der Maritimen Wirtschaft verdankt die Stadt weiteren Schlüsselbranchen ihre Bedeutung und ihren Wohlstand – beispielsweise der modernen Luftfahrtindustrie, aber auch der Grund- und Rohstoffindustrie, die Stahl, Kupfer und Aluminium produziert. Die Stadt muss angesichts des Klimawandels sauberer und nachhaltiger werden – das ist in ihrem Klimaschutzplan festgeschrieben.

Die Umsetzung stellt das Hamburgische Klimaschutzgesetz sicher, das nach gegenwärtigem Stand Klimaneutralität bis 2050 vorsieht. In Anlehnung an die Klimaschutznovelle des Bundes, die höhere Ziele bis 2030 und Treibhausgasneutralität bis 2045 vorsieht, wird es derzeit überarbeitet. Die Wasserstoffwirtschaft in der Metropolregion Hamburg wird neue Arbeitsplätze schaffen und bietet deutschen Unternehmen die Möglichkeit, sich mit Technologieführerschaft global zu positionieren. Trotz der wirtschaftlichen Chancen ist sie dennoch kein Selbstzweck, sondern der notwendige Schritt, um im Einklang mit den Vorgaben von Bund und EU eine umfassende Dekarbonisierung zu erreichen – damit Hamburgs Wirtschaft stark auf für die Post-Karbon-Ära aufgestellt ist und ihren Bestand sichert.

Gute Nachbarschaft

Bis heute wird Wasserstoff fast vollständig aus Erdgas gewonnen, wobei CO2 frei oder gespeichert wird – man spricht von grauem beziehungsweise blauem Wasserstoff. In Hamburg kann er aber aus dem in großen Mengen verfügbaren Grünstrom der windkraftstarken Nachbarbundesländer und der Offshore-Windparks der Nordsee per Elektrolyse klimaneutral als grüner Wasserstoff gewonnen werden. Durch die geographische Nähe kann die benötigte Energie systemdienlich, also ohne große Transportverluste und umfangreichen Leitungszubau nach Hamburg gelangen und der Wasserstoff wiederum leicht zu den örtlichen Verbrauchern. Diese ausgeprägte und konzentrierte Produzenten- und Abnehmerstruktur für grünen Wasserstoff im Norden ist ein Vorteil gegenüber anderen Regionen.

Drehscheibe für Importe von grünem Wasserstoff

Trotz der guten Prognosen und der ambitionierten Erzeugungspläne wird die Vor-Ort-Produktion von Wasserstoff nur einen Teil der lokalen Nachfrage bedienen können. Der jetzige Bedarf der Hamburgischen Industrie wird sich bis 2030 voraussichtlich verdoppeln. Es wird also unabdinglich sein, Wasserstoff zu importieren. Dafür schafft die bestehende Hafeninfrastruktur gute Voraussetzungen, etwa für ein Importterminal mit direktem Anschluss an die lokalen und überregionalen Wasserstoffnetze. Zudem stellen neue überregionale Projekte der Fernleitungsnetzbetreiber Anbindungsmöglichkeiten an das europäische Wasserstoffnetz (European Hydrogen Backbone) in Aussicht: Perspektivisch wird es sich zwischen den norddeutschen Industriezentren und bis zu den Niederlanden und Skandinavien erstrecken, wo es für die kommenden Jahre ebenfalls Pläne zum Aufbau von Wasserstoffindustrien gibt. Hamburg hat damit das Potenzial, sich zu einem Knotenpunkt für Importe per Schiff und Pipeline zu entwickeln.